Buchrezension

Menschen mit Demenz nach Hüftfrakturen.
Mabuse-Verlag, 2010, Alfred Mägerl, Gernot Lämmler, Elisabeth Steinhagen-Thiessen

Schon allein durch den Titel wird man neugierig, denn die Hüftfrakturen bei demenziell erkrankten Menschen macht allen, die sich mit demenzkranken Menschen befassen, große Probleme.


Das Buch ist sehr übersichtlich aufgebaut. Es führt zunächst in das Forschungsprojekt FRANZ ein, gibt dann einen sehr klaren Überblick über die Demenzerkrankungen und wie man den Umgang mit Menschen, die an dieser Erkrankung leiden, gestalten soll. Als nächstes wird sehr verständlich das Thema anatomische und chirurgische Probleme der hüftnahen Frakturen erklärt. Sehr praxisnah wird der Einsatz von Hilfsmitteln und Hilfestellung durch Aktivitäten des täglichen Lebens dargestellt.


Man kann davon ausgehen, dass allen Lesern dadurch Hilfestellung gegeben werden kann, die sich mit der Nachsorge von Hüftfrakturen auch ohne demenzielle Erkrankung, aber natürlich besonders bei Demenzerkrankungen auseinandersetzen müssen. In dem Buch wird erläutert, dass leider nur die Mobilisation von Menschen mit beginnender und mittlerer Demenz in dem Forschungsprojekt beobachtet werden konnte. Dadurch fehlt natürlich ein ganz großer Bereich, da Menschen mit schwerer Erkrankung überhaupt nicht mehr über verbale Aufforderungen zu erreichen sind. Sie stehen nach den Operationen aus den Betten auf, wie auch im Buch angedeutet und oft bleibt nur noch die Möglichkeit, sie zu sedieren.

Außerdem ist es bei schwerer demenzieller Erkrankung schon bei Menschen ohne Hüftprobleme schwierig, sie zum Aufstehen und zum Hinsetzen zu bewegen, da diese Umsetzung im Verständnis und in der Körperwahrnehmung sehr stark eingeschränkt ist. Hier können sicher einige der Hilfsmittel, die im Buch aufgeführt sind helfen, wie z.B. das Arthrodesenkissen. Vielleicht kann in einer Neuauflage darüber berichtet werden, da dann das Forschungsprojekt FRANZ nicht mehr der Beobachtung dieser Menschen im Wege steht. Der Hinweis darauf wird auch in diesem Buch gegeben.


Das Einzige was fehlt ist der Hinweis, dass alleine schon durch die Narkose eine Verschlechterung der Demenzerkrankung entstehen kann und man dadurch nach einer Hüftoperation noch größere Probleme im Bereich der Demenz erwarten muss.


Das Buch ist so geschrieben, dass auch Laien es verstehen und also auch Angehörige sich dadurch informieren können. Es ist nicht so dick, so dass man es relativ schnell lesen kann und doch viele Informationen erhält.
Ich denke, dass das Buch in die Hände aller Menschen gehört, die sich mit demenziell erkrankten Menschen befassen.


Gudrun Schaade, November 2010