Korsakow-Syndrom - eine Herausforderung für Therapeuten

Es wird kaum über das Thema Korsakow-Syndrom gesprochen, aber diese Erkrankung ist überall gegenwärtig und man steht ratlos davor. Die Krankheit wird häufig nicht richtig diagnostiziert, sie ist mit Scham behaftet und so kommt es, dass sie unter Demenz eingeordnet wird. Viele Menschen mit dieser Erkrankung werden mit Alzheimer Kranken oder mit an anderen Demenz Erkrankten zusammen versorgt, was häufig Probleme bringt. So habe ich versucht, diesem Thema mehr auf den Grund zu gehen und Lösungsvorschläge aufzuzeigen.

Das Korsakow-Syndrom wird zu den amnestischen Syndromen gerechnet, da anders als bei den Demenzen die Intelligenzleistungen, abgesehen von der Gedächtnisstörung, weitgehend intakt sind.

Affektverflachung und Antriebsstörung sowie mangelnde Krankheitseinsicht beeinträchtigen das Sozial- und Kommunikationsverhalten. Die für das Syndrom typischen Konfabulationen, mit denen der Kranke versucht, seine Erinnerungslücken zu füllen, wirken oft befremdlich und werden nicht selten als bewusstes Lügen o.ä. fehlinterpretiert.

Betätigungen im Rahmen von Alltagstätigkeiten - auch im geschützten Pflegeumfeld - und durch den Einsatz von handwerklich-gestalterischen Techniken können den Betroffenen, die aufgrund ihrer Gedächtnisstörung unter Desorientierung leiden, Orientierung und Halt geben und somit erheblich zu ihrem Wohlbefinden beitragen.

Sofern das Korsakow-Syndrom durch langjährigen Alkoholabusus hervorgerufen wurde, bedürfen auch körperliche Beeinträchtigungen, am häufigsten eine ausgeprägte Polyneuropathie, der Beachtung. Darauf soll im Seminar kurz eingegangen werden. Einen besonderen Schwerpunkt des Seminars bilden therapeutische Vorgehensweisen, die einen besseren Zugang zu entweder stark überangepassten oder aggressiv abwehrenden Betroffenen ermöglichen.

Seminar Inhalte
- Alltagstraining
- Kommunikationsstrategien
- Geschichte des Alkohols
- Sucht
- Begleitende Erkrankungen

Dozentin:
Gudrun Schaade
Ergotherapeutin

Hamburg